Vor ein paar Tagen habe ich ein sehr verlockendes Angebot bekommen. Ich bekam einen 20€ Gutschein für Snapfish, um die neuen Fotocollage-Poster1 zu testen und anschließend hier einen Artikel darüber zu schreiben.
Es war übrigens knapp gesagt genau die Art von Blog-Marketing, wie ich es mir besser kaum vorstellen kann: Man bekommt ein cooles Produkt, dass einen interessiert und schreibt seine ehrliche Meinung dazu. Ich bin Hobby-Fotograf und darf über Foto-Poster schreiben, ideal. So etwas ist mir bei Trigami noch nicht passiert!
Ein Poster erstellen
Um Poster zu erstellen, muss man natürlich zunächst einmal seine Fotos bei Snapfish hochladen. Das ist, wie ich finde, nicht sehr bequem2, aber machbar. Auf der Fotocollage-Poster-Seite bekommt man zunächst die Auswahl der Größe inkl. Preisangabe3 und die Wahl zwischen Portrait und Querformat. Zudem hat man die Möglichkeit, dem Poster einen Titel (oben oder unten) hinzuzufügen, was mir persönlich aber nicht gefällt, da ich keine Erinnerungs-Poster machen will und die Fotos so groß wie möglich für sich selbst sprechen sollen.

Klickt man auf dieser Seite nun auf Weiter, gelangt man zu einer mit Javascript überfluteten Seite4, auf der man seine Alben nach Jahren und Monaten geordnet wieder findet. Auf der linken Seite kann man seine Alben nach ein paar Kriterien filtern, rechts hat man eine Leiste wo die ausgewählten Fotos angezeigt werden.

Was dabei raus kommt
Ich meine jetzt nicht das Ergebnis auf Papier, darauf muss ich noch ein paar Tage warten. Ich meine das Ergebnis, was Snapfish einem aus den ausgewählten Fotos, dem gewählten Layout etc. zusammen stellt.
Hier liegt der eigentlich Clou der Sache. Snapfish übernimmt die komplette Arbeit des aufwendigen Anordnens der Fotos auf der Fläche, es skaliert die Fotos entsprechend — und es scheitert vollkommen!!

Ich habe keine Möglichkeit, zu bestimmen, wie mein Poster aussehen soll. Ich kann nur festlegen, was drin ist, aber ich kann an keiner Stelle bestimmen, wie die Fotos angeordnet sind.
Liebes Snapfish, ich kann mir in keinster Weise vorstellen, dass ein klar denkender Mensch sich ein “Fotocollage-Poster” kauft, dessen Layout er nicht selbst bestimmen kann! Klar, es mag Leute geben, die nicht in der Lage sind, ihre paar Fotos besser auf der Fläche zu verteilen, als euer kleiner automatischer Algorithmus das macht. Aber ich glaube die Meisten würden es locker schaffen. In ein paar Sekunden.
Die einzige Möglichkeit, die ich gefunden habe, um die Anordnung meiner Fotos zu variieren, ist das Beeinflussen der Reihenfolge in der Leiste auf der Auswahl-Seite. Und das geht nur indem ich die Fotos in genau der Reihenfolge auch hinzufüge. Snapfish, Drag & Drop ist schon erfunden, auch für Javascript!

Ach, man kann auch noch die “Rahmenfarbe” (ich nenn es lieber mal “Hintergrundfarbe”) und die “Rahmengröße” (ich nenn es dann mal “Abstände zwischen den Fotos” oder “Padding” für die CSS-ler) festlegen. Aber außer Schwarz kann ich mich mit keinem der Farbtöne anfreunden und auch macht für mich außer “schmal” keine Rahmengröße Sinn, da sie sonst wirklich drastisch die Fotos verkleinern.
Fazit
Die Idee ist nicht schlecht. Aber ganz im Ernst, die Umsetzung ist es. Meiner Meinung nach das absolut Grundlegende und Wichtige an einer solchen Collage ist das Layout der Fotos. Und wenn er Benutzer dieses nicht nach seinen Vorstellungen gestalten kann, kann auch das Ergebnis nie das sein, was er sich erhofft. Es ist für mich absolut unverständlich, wie große eine Firma wie Snapfish, hinter der der Konzern HP steht, es nicht schafft, genau dies zu erkennen. Entweder habe ich das Konzept nicht verstanden, oder Snapfish.
Auch auf die anderen Produkte bezogen: Snapfish an sich gefällt mir wirklich gut, die Preise sind o.k., und die Qualität war bis jetzt immer mindestens so gut, wie ich erwartet habe. Aber die Website und das User Interface ist aus der Sicht eines Bewohners des Web2.0’s eine totale Katastrophe. Es fängt bei Sachen wie dem Hochladen an, geht über die Tatsache, dass man bei der Bestellung nicht einfach auch alle Fotos als 20×30cm Poster bestellen kann und endet mit dem totalen Versagen bei dem Layout des Fotocollage-Posters. Snapfish, tut mir und euren anderen Benutzern den Gefallen und stellt ein paar gute Designer und Programmierer ein und lasst sie eure Seite komplett überarbeiten!
Ich will euch auch nicht verheimlichen, wie mein Poster jetzt am Ende aussieht, nachdem ich etwa 20 Minuten ausprobiert habe, das Layout irgendwie brauchbar erstellt zu bekommen. Zwar ist es mir nicht gelungen, Snapfish dazu zu bringen, den ungenutzten Platz an den Rändern (den ich ja mit bezahle, ok, bezahlen würde!) auch nur in irgendeiner Weise zu nutzen, aber immerhin kann man alle Fotos erkennen und das Beste ist das Größte.

Ich hoffe, dass das gedruckte Ergebnis wenigstens das hält, was es verspricht und mindestens mit der Qualität der kleineren Snapfish Ausdrucke überzeugen kann. Oh, und zu guter Letzt kann ich jedem, der sich mal wieder ein paar zufällig angeordnete Fotos an die Wand hängen möchte, noch einen Link für 25% Rabatt auf eine solche Collage bieten. Oder sollte ich lieber erwähnen, dass es auch einfacher sein könnte, sich die Fotos selbst anzuordnen und dann als eine JPEG-Datei als normales Poster zu bestellen? Das kostet um einiges weniger und ist dann wirklich individuell!
- Mehrere Fotos und evtl. eine Titelzeile auf einem Poster. Ach ja, erster Mängel: Doofer Name!
- Auf dem Mac habe ich mit zig verschiedenen Browsern nur blöde einfache HTML-Datei-Upload-Formen. Nix mit Multi-Upload oder Java-Tools, geschweige denn Import von Photosharing-Sites wie Flickr. Einzige halbwegs sinnvolle Sache ist das Packen von allen Bildern in ein Zip und dann ewiges Warten bis alles bei Snapfish ist. Lustig ist übrigens auch, wenn man dann nach 10 Minuten eine wunderschöne XML-Fehlermeldung bekommt, dass die Authentifikation fehlgeschlagen sei.
- Wobei das 40×60-Poster übrigens das beste Preis/Leistungs-Verhältnis hat.
- Alle Seiten zum Erstellen eines Fotocollage-Posters sind nur mit Javascript verwendbar und scheinen mit abgeschaltetem Javascript noch nicht einmal über irgendwelchen Inhalt zu verfügen!
Ihnen fällt etwas ein, was ich unbedingt hätte erwähnen sollen? Sie haben einen Fehler entdeckt? Melden Sie sich einfach bei mir!
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Falls Sie mehr lesen wollen, vorher kam »Landschaftsfotografie: Erste Schritte« und hier nach kommt »Mein Foto Workflow«.